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Update E-Patientenakte

Update E-Patientenakte

Wo/wie bekomme ich die ePA und wie funktioniert sie? Sind Patienten verpflichtet eine ePA zu beantragen?

15.07.2021

Bereits zum 01.01.2021 ist ein neues freiwilliges Angebot für die mehr als 73 Mio. GKV-Versicherten an den Start gegangen, um wichtige medizinische Dokumente und einiges mehr digital und gebündelt zu speichern: die elektronische Patientenakte (ePA).

 

Wo/wie bekomme ich die ePA und wie funktioniert sie?

  • Seit 01.01.2021 haben alle GKV-Versicherten Anspruch darauf, eine ePA-App von ihrer Krankenkasse zu bekommen, um diese selbst mit Inhalten zu befüllen.
  • Nach Antragstellung wird von den jeweiligen Krankenkassen die entsprechende Anwendungssoftware für die ePA zur Verfügung gestellt. Dazu zählt auch ein Leitfaden zur Einrichtung sowie Hilfestellungen für das ebenfalls nötige Identifikationsverfahren.
  • Die App kann auf dem Smartphone oder Tablet installiert werden.
  • Zunächst können nur die Patienten selbst Informationen (wie z. B. zu verordneten Medikamenten, zu Arztbesuchen, Behandlung, Krankenhausaufenthalten oder Impfungen) in die Akte eintragen.
  • Unterlagen, die nicht digital vorliegen, müssen von den Versicherten per Handy eingescannt, hochgeladen und aktiv freigeschaltet werden.
  • Die ePA wird im ersten Schritt noch nicht alle angedachten Funktionen enthalten.
  • Generell ist die ePA über die Telematikinfrastruktur abrufbar sowie für die Versicherten via Smartphone.
  • Zum 01.07.2021 ist der ePA-Anschluss bundesweit für alle Praxen verpflichtend geworden, so dass die Ärzte in einem weiteren Bereich der ePA diese mit medizinischen Daten befüllen können.
  • Ab 2022 sollen noch weitere Inhalte hinzukommen. Z. B. können dann das Zahnbonusheft, das Untersuchungsheft für Kinder und der Impfpass in der ePA gespeichert werden.


Wie ist die ePA konkret aufgebaut?
  • Die ePA enthält 2 Speicherbereiche: von Versicherten selbst eingestellte Dokumente (z. B. ein Gesundheits- oder Schmerztagebuch) und Dokumente von Leistungserbringern, etwa Arztbriefe oder Blutbilder.
  • Die persönlichen Gesundheitsdaten kann der Versicherte selbst hochladen.
  • Für das Hochladen der medizinischen Daten sind die behandelnden Ärzte, Zahnärzte und Psychotherapeuten in der Praxis oder im Krankenhaus zuständig. Diese übertragen auf Wunsch des Versicherten die medizinischen Unterlagen in seine ePA.


Sind Patienten verpflichtet eine ePA zu beantragen?

  • Nein. Seit 01.01.2021 kann jeder GKV-Versicherte eine ePA bei seiner Krankenkasse erhalten, die Nutzung ist jedoch freiwillig.

Lange Wartelisten in der Psychotherapie: DiGA entlasten Verordner

Lange Wartelisten in der Psychotherapie: DiGA entlasten Verordner

Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) können innerhalb der Psychotherapie die bisherige klassische Therapie ergänzen und die Psychotherapeuten entlasten.

13.07.2021

Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) können innerhalb der Psychotherapie die bisherige klassische Therapie ergänzen und die Psychotherapeuten entlasten. Bestimmte digitale Angebote eignen sich auch, um Patienten, die auf einen Therapieplatz warten, schon einmal eine Hilfe an die Hand zu geben. Hintergrund sind oft lange Wartelisten in Deutschland auf einen Psychotherapieplatz.

  • Inzwischen können DiGA unkompliziert aus den meisten Praxis-IT-Programmen heraus auf Rezept verordnet werden - doch noch ist diese Möglichkeit vielen Verordnern unbekannt.
  • Im Rahmen der Online-Veranstaltung "E-Mental Health in Deutschland" stellte Privatdozentin Dr. Rita Bauer von der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Dresden fest, dass DiGA dazu beitragen können, dass die Lücke zwischen Versorgungsbedarf und den begrenzten Kapazitäten kleiner wird.
  • Verschiedene Metaanalysen zeigen inzwischen bei einem breiten Spektrum an psychiatrischen Indikationen eine gute Evidenz, dass der digitale psychotherapeutische Kontakt nicht schlechter sei als der Face-to-Face-Kontakt.
  • Ebenso konnte mittlerweile gezeigt werden, dass vor allem depressive Symptome, soziale Ängste und Stresserleben sehr gut auf E-Mental-Health-Anwendungen ansprechen, wobei therapeutenunterstützte Programme Vorteile gegenüber reinen Selbsthilfeprogrammen hatten. 
  • Wichtig ist: Patienten müssen bei der App-Verordnung darüber aufgeklärt werden, sich bei suizidalen Krisen an einen Arzt zu wenden, der dann ggf. einen Facharzt oder Krisendienst involviert.
  • Ein wichtiger Aspekt ist außerdem die Qualität der einzelnen DiGA: So wies Bauer darauf hin, dass es gerade hinsichtlich Qualität, Datensicherheit und Evidenzbasierung große Unterschiede zwischen den diversen psychiatrischen digitalen Anwendungen gebe.
  • Der Qualitätssicherung dienen das DiGA-Verzeichnis und die DiGA-Zulassung des BfArM. Um in das DiGA-Verzeichnis aufgenommen zu werden, müssen die Entwickler beweisen, dass ihre App die Versorgung verbessert.
  • Apps, die schließlich im DiGA-Verzeichnis gelistet sind, können uneingeschränkt zulasten der GKV verschrieben werden - was viele Ärzte und Therapeuten aber noch nicht mitbekommen haben.
  • So sagten unter den Teilnehmern der Veranstaltung 45 %, dass ihnen der DiGA-Verordnungsweg völlig neu sei.

Update E-Rezept: BSI hält App für sicher

Update E-Rezept: BSI hält App für sicher

Momentan scheinen die Vorbereitungen für das bundesweite E-Rezept auf Hochtouren zu laufen:

07.07.2021

Ab 01/2022 sind Vertragsärzte verpflichtet, verschreibungspflichtige Arzneimittel elektronisch zu verordnen. Hier die wichtigsten Punkte zum aktuellen Stand im Überblick:

  • Das E-Rezept kann durch Ärzte elektronisch zur Verfügung gestellt und von Patienten digital eingelöst werden.
  • Alternativ können Ärzte ihren Patienten auch einen sogenannten „Token-Ausdruck" aushändigen. D. h. in der Apotheke besteht auch künftig keine Pflicht, ein elektronisches Rezept vorzuzeigen, es genügt auch dessen signierter Ausdruck.
  • Das derzeitige "rosa Kassenrezept-Formular" wird laut gematik künftig nur noch im Stör-/Notfall im Einsatz sein.
  • Momentan scheinen die Vorbereitungen für das bundesweite E-Rezept auf Hochtouren zu laufen: Inzwischen hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) der E-Rezept-App die Informationssicherheit attestiert und dem Projekt damit die Freigabe erteilt. Somit kann die gematik die App ab sofort in den App-Stores zur Verfügung stellen.

  • Voraussetzung für das Handling der E-Rezepte:
    • NFC-fähige (Near Field Communication) elektronische Gesundheitskarte (eGK)
    • NFC-fähiges Smartphone ab IOS 14, Android 6
    • Freischaltung der Krankenkasse für das Verfahren
    • Verordnende Praxis und empfangende Apotheke müssen diverse technische Voraussetzungen erfüllen.
  • Neben weiteren Funktionen ist auch die Verwaltung der Rezepte über die App und die Verschiebung der Rezepte in die elektronische Patientenakte (ePA) möglich.
  • Kürzlich konnte ein regionaler Simulations-Testlauf in Berlin-Brandenburg an den Start gehen. Die simulierten Testszenarien haben laut gematik zum Ziel „das Zusammenspiel der verschiedenen Systeme unter realen Bedingungen zu untersuchen und zu erproben".

Reinbek: Radiologische Allianz investiert 18 Mio. € in Neubau

Reinbek: Radiologische Allianz investiert 18 Mio. € in Neubau

Aktuell haben die Klinik "St. Adolf Stift" und die angrenzende Radiologische Allianz aus niedergelassenen Ärzten eine Vereinbarung zur Errichtung einer neuen Strahlentherapie in Reinbek unterzeichnet.

05.07.2021

Aktuell haben die Klinik "St. Adolf Stift" und die angrenzende Radiologische Allianz aus niedergelassenen Ärzten eine Vereinbarung zur Errichtung einer neuen Strahlentherapie in Reinbek unterzeichnet. Bisher müssen Reinbeker Patienten für strahlentherapeutische Leistungen nach Hamburg oder Lübeck fahren.

  • Die Radiologische Allianz ist ein Zusammenschluss von 15 niedergelassenen Ärzten (15 Standorte in und um Hamburg).
  • Der Allianz wurde in Erbpacht ein klinikeigenes Grundstück überlassen, auf dem der geplante Neubau entstehen soll. Investiert werden durch die Radiologische Allianz in Summe 18 Mio. €.
  • Konkret soll der Neubau über 3 Stockwerke verfügen, um neben ambulanter Radiologie, auch nuklearmedizinische Behandlungen, Diagnostik und Strahlentherapie anbieten zu können. Darüber hinaus wird ein histologisches Labor eingeplant.
  • Das Leistungsspektrum soll dabei in Abstimmung mit den Klinikärzten und niedergelassenen Onkologen abgedeckt werden.

Fahrplan Digitalisierung im Gesundheitswese

Fahrplan Digitalisierung im Gesundheitswesen

Hier die nächsten Schritte als Zeitplan kurz zusammengefasst:

02.07.2021

Die Digitalisierung im Gesundheitswesen kann als vielversprechendes Projekt zur Verbesserung der Versorgung der Bürger betrachtet werden.

 

Hier die nächsten Schritte als Zeitplan kurz zusammengefasst:

  • 01.07.2021
    • Der ePA-Anschluss (elektronische Patientenakte) für Praxen wird verpflichtend.
  • 01.01.2022
    • E-Rezept für verschreibungspflichtige Arzneimittel verpflichtend in der Regelversorgung, digitale Signatur mit elektronischem Heilberufsausweis
    • ePA 2.0
  • 01.07.2022
    • eAU (elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung): digitale Weiterleitung an den Arbeitgeber durch die Krankenkasse
  • 01.01.2023
    • E-Rezept für BtM (Arzneimittel, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen), DiGA ("Gesundheits-Apps") und T-Rezepte (für besondere Arzneimittel)
    • ePA 3.0

Kryokonservierung: GKV-Leistung ab 1.7. für junge Krebspatienten

Kryokonservierung: GKV-Leistung ab 1.7. für junge Krebspatienten

Ärzte können ab 01.07.2021 die Kryokonservierung von Spermien oder Eizellen und die damit zusammenhängenden Leistungen bei jungen Krebspatienten direkt mit der GKV abrechnen.

23.06.2021

Ärzte können ab 01.07.2021 die Kryokonservierung von Spermien oder Eizellen und die damit zusammenhängenden Leistungen bei jungen Krebspatienten direkt mit der GKV abrechnen. Anträge bei der Krankenkasse oder eine private Finanzierung sind somit künftig nicht mehr nötig.

  • Hintergrund: Vor ca. 2 Jahren wurde das Vorhaben im Terminservicegesetz bereits festgeschrieben. 02/2021 war nach nochmaliger Überarbeitung die Richtlinie des GBA in Kraft getreten. Nun hat der Bewertungsausschuss schließlich auch entsprechende Abrechnungsziffern für die Ärzte geschaffen.
  • Die Neuerung betriff junge Krebspatienten, bei denen das Risiko besteht, dass die Behandlung ihrer Krankheit zur Zeugungsunfähigkeit führt. Die Möglichkeit der vorsorglichen Kryokonservierung von Samen-, Eizellen oder Keimzellgewebe als eigenständige Leistung stand GKV-Versicherten bislang nicht als Kassenleistung zur Verfügung. Nach Angaben der Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs erkranken in Deutschland jährlich rund 16.500 Menschen im Alter von 18 - 39 Jahren an Krebs.
  • Wichtig: Lassen Ärzte ab 1.7. einen privaten Behandlungsvertrag unterschreiben, ohne auf die mögliche Kassenfinanzierung hinzuweisen, könnten sie in Haftung genommen werden, so die Stiftung.
  • Laut der Stiftung sei die Konservierung von Eierstockgewebe für Mädchen vor der Pubertät nicht Gegenstand der neuen Regelung und werde erst in diesem Herbst vom GBA beraten. Weiter wird kritisiert, dass die Kryokonservierung von Eierstockgewebe für Mädchen auch nach der Pubertät (solange sie unter 18 Jahren sind) nicht unter die neue Kassenleistung fällt. Das Bundessozialgericht hatte mit seinem Urteil (Az.: B1 KR 10/09 R) bereits schon vor 10 Jahren eine grundsätzliche Finanzierungspflicht der Kassen anerkannt. Daher wäre laut Stiftung eine rasche Klarstellung nötig.