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Apotheken: Nach Rekordjahr 2021 Rückkehr zur Normalität

Apotheken: Nach Rekordjahr 2021 Rückkehr zur Normalität

Schluss mit dem Corona-bedingten Sondergeschäft - zurück auf den Boden der Tatsachen. So dürfte sich nach dem aktuellen Wirtschaftsbericht des Dachverbands ABDA die derzeitige Entwicklung in der Apothekenbranche umschreiben lassen.

03.05.2022

Schluss mit dem Corona-bedingten Sondergeschäft - zurück auf den Boden der Tatsachen. So dürfte sich nach dem aktuellen Wirtschaftsbericht des Dachverbands ABDA die derzeitige Entwicklung in der Apothekenbranche umschreiben lassen.

  • Nachdem bereits das 1. "Corona-Jahr" für die rund 18.000 Apotheken schon nicht schlecht verlaufen war, toppten dies 2021 die Sondereffekte durch Masken- und Testverkäufe, Zertifikateausgabe und Impfstoffhandel noch deutlich.
  • In Summe brachten diese einmaligen Sonderumsätze für Corona-Leistungen 2,5 Mrd. €.
  • Insgesamt erlösten die Apotheken 2021 62,4 Mrd. € (+ 9,0 % im Vergleich zum Vorjahr).
  • Die Einnahmen aus dem Corona-Geschäft herausgerechnet, ergaben sich 5,5 % Zuwachs (auf 59,9 Mrd. €).
  • Nach wie vor werden in den Apotheken über 80 % des Umsatzes mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln erzielt.
  • Die durchschnittliche Apotheke erzielte 2021 einen Nettoumsatz von rund 3,1 Mio. € und damit einen neuen Spitzenwert. 
  • Der Durchschnittsgewinn vor Steuern lag 2021 mit rund 211.000 € 27 % über dem des Vorjahres.
  • Nach diesem "Höhenflug" kommt die Branche nun aber wieder zurück in die Realität, da 2022 nicht mehr mit weiteren Sondererträgen gerechnet werden kann. Damit fallen pro Durchschnittsapotheke ca. 70.000 € an pandiemiebedingtem Sonderertrag weg.
  • Darüber hinaus schlagen steigende Personalkosten in den Betriebsstätten zu Buche.
  • Kostensteigerungen aufgrund der allgemeinen Teuerung sowie ungünstigeren Großhandel-Einkaufskonditionen trüben die Aussicht weiterhin.
  • Ebenfalls für Kopfzerbrechen sorgt die geplante Anhebung des gesetzlichen Apothekenabschlags von derzeit 1,77 auf 2,00 € je Rx-Packung.

Weitere Informationen finden Sie hier.

IGES-Gutachten zur Ausweitung ambulanter Operationen

IGES-Gutachten zur Ausweitung ambulanter Operationen

Jede 10. Krankenhausbehandlung wäre auch ambulant möglich, so eine aktuelle Analyse des Barmer Instituts für Gesundheitssystemforschung.

02.05.2022

Jede 10. Krankenhausbehandlung wäre auch ambulant möglich, so eine aktuelle Analyse des Barmer Instituts für Gesundheitssystemforschung.

  • Laut Angaben der Barmer seien ambulante Behandlungsleistungen regelmäßig als schneller und schonender durchführbar einzustufen. 
  • Insgesamt zeigt die Auswertung der Barmer ein Ambulantisierungspotenzial von 10 - 12 % %.
  • Wenn vor allem Krankenhausbehandlungen, bei denen die Patienten nur kurz stationär aufgenommen werden und bei denen keine schwerwiegende Akuterkrankung vorliegt, ambulant behandelt werden könnten, würde dies darüber hinaus zur Entlastung der Kliniken führen (auch vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels). Die Krankenhäuser könnten sich dann wiederum auf schwere und komplexe Behandlungen konzentrieren.
  • Ein Vorschlag wäre bspw., dass defizitäre, nicht ausgelastete Kliniken als ambulant-stationäre Versorgungszentren genutzt werden.
  • Zum Hintergrund: Basis der aktuellen Analyse sind Daten der Barmer aus dem Jahr 2019. Der Trend scheint sich aber auch auf 2020 übertragen zu lassen.

Weitere Informationen finden Sie hier.

KKH: Mehr Nachfrage nach Zahnvorsorge

KKH: Mehr Nachfrage nach Zahnvorsorge

Laut aktuellen Daten der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) nimmt die Bereitschaft zur Zahnvorsorge in der Bevölkerung wieder zu. So sind 2021 - im 2. "Corona-Jahr" - wieder mehr Menschen zur zahnärztlichen Kontrolle gegangen als zu Beginn der Pandemie.

26.04.2022

Laut aktuellen Daten der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) nimmt die Bereitschaft zur Zahnvorsorge in der Bevölkerung wieder zu. So sind 2021 - im 2. "Corona-Jahr" - wieder mehr Menschen zur zahnärztlichen Kontrolle gegangen als zu Beginn der Pandemie.

  • Konkret stieg die Zahl der "Zahnvorsorgewilligen" im 1. Halbjahr 2021 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als 10 %.
  • Insgesamt suchten im 1. Halbjahr 2021 bundesweit rund 35 % der KKH-Versicherten den Zahnarzt zum Kontrolltermin auf.
  • Spitzenreiter sind nach wie vor die Sachsen mit mehr als 39 %, gefolgt von den Versicherten in Thüringen und Brandenburg mit rund 38 %.
  • Schlusslicht sind die Saarländer: Hier gingen im 1. Halbjahr 2021 nur knapp 29 % der Versicherten zur Zahnvorsorge.
  • Im Vergleich der Geschlechter zeigt sich, dass bei den Männern noch Nachholbedarf besteht, denn im Bundesdurchschnitt gehen rund 25 % mehr Frauen zur Zahnkontrolle als Männer.
  • Zum 1. "Corona-Jahr": Im 1. Halbjahr 2020 hatten 15 % weniger Versicherte ihren Kontrolltermin beim Zahnarzt wahrgenommen als 2019. Hauptgrund war die Angst vor einer möglichen Ansteckung mit dem Corona-Virus.
  • Inzwischen fühlen sich die Patienten wieder sicherer, da Zahnarztpraxen generell sehr hohe Hygienestandards aufweisen.

Stiftung Gesundheit: Medizinklimaindex 2022 zeigt unterschiedliche Stimmungen je nach Facharztgruppe

Stiftung Gesundheit: Medizinklimaindex 2022 zeigt unterschiedliche Stimmungen je nach Facharztgruppe

Der sog. Medizinklimaindex, der regelmäßig im Auftrag der Stiftung Gesundheit erhoben wird, liegt aktuell mit einem Wert von 100,3 bei niedergelassenen Ärzten und Zahnärzten in Deutschland um 1,7 Punkte unter dem Wert aus dem Herbst 2021.

21.04.2022

Der sog. Medizinklimaindex, der regelmäßig im Auftrag der Stiftung Gesundheit erhoben wird, liegt aktuell mit einem Wert von 100,3 bei niedergelassenen Ärzten und Zahnärzten in Deutschland um 1,7 Punkte unter dem Wert aus dem Herbst 2021.

  • Zum Hintergrund: Der Medizinklimaindex bildet seit 2006 die wirtschaftliche Lage und Erwartung von niedergelassenen Ärzten ab. Die Befragung wird in regelmäßigen Abständen von der Stiftung Gesundheit durchgeführt.
  • Zum Quartal 1/2022 wird die aktuelle wirtschaftliche Lage von den Praxisinhabern besser (+ 2 Punkte) als noch vor einem halben Jahr bewertet.
  • Generell sind die Erwartungen aber deutlich gedrosselt (- 5 Punkte).
  • Unterschiede zeigen sich zwischen den einzelnen Fachrichtung: So ist die Stimmungslage bei den Hausärzten mit einem Gesamtwert von + 7,4 deutlich besser als im Herbst 2021 (+ 2,4); bei den Fachärzten hingegen ist die Stimmung aus Herbst 2021 (- 0,4) weiter nach unten gegangen. Damit liegt der Wert bei den Fachärzten bei - 7,6. Die Zahnärzte liegen mit - 7 ebenfalls in diesem Bereich. Die beste Stimmung verzeichnen derzeit die psychologischen Psychotherapeuten mit + 19,4.
  • Nichtärztliche Heilberufler:
    • Hebammen und Geburtshelfer (- 20,3)
    • Heilpraktiker (+ 10,5)
    • Physiotherapeuten (- 8)
    • Logopäden (- 8,5)
    • Ergotherapeuten (- 12,2).

Weitere Informationen finden Sie hier.

Videosprechstunden-Limit von 20 auf 30 % erhöht

Videosprechstunden-Limit von 20 auf 30 % erhöht

Zum 2. Quartal 2022 wurde die Obergrenze der vertragsärztlichen Behandlungsfälle im reinen Videokontakt von 20 auf 30 % angehoben. Damit hat der Bewertungsausschuss aktuell eine gesetzliche Vorgabe erfüllt.

20.04.2022

Zum 2. Quartal 2022 wurde die Obergrenze der vertragsärztlichen Behandlungsfälle im reinen Videokontakt von 20 auf 30 % angehoben.

  • Mit dieser EBM-Anpassung (Abschnitt 4.3.1 der Allgemeinen EBM-Bestimmungen) hat der Bewertungsausschuss aktuell eine gesetzliche Vorgabe erfüllt („Gesetz zur digitalen Modernisierung von Versorgung und Pflege" (DVPMG), 06/2021).
  • Zum Hintergrund: Während der Corona-Pandemie wurde auf die im EBM enthaltene Kontingentierung per Videosprechstunde erbrachter Leistungen befristet verzichtet. Diese Ausnahmeregelung ist zum Ende des 1. Quartals 2022 ausgelaufen.
  • Seit 01.04.2022 dürfen nun 30 % aller Behandlungsfälle je Vertragsarzt ausschließlich im Videokontakt stattfinden und 30 % aller pro Quartal und Arzt berechneten Gebührenordnungspositionen (GOP) auf diese Form des Fernkontakts entfallen. 
  • Ausgenommen sind laut KBV solche GOP, die generell nur im Videokontakt berechnungsfähig sind (etwa GOP 01442: Videofallkonferenz mit Pflegekräften).

Apothekenbranche: Aktuelle Entwicklungen

Apothekenbranche: Aktuelle Entwicklungen

Rekordjahr 2021: Corona beschert den Apotheken 2021 das beste - sprich umsatzstärkste - Jahr seit 1994 (Aufzeichnungsbeginn des Statistischen Bundesamts).

12.04.2022

Rekordjahr 2021: Corona beschert den Apotheken 2021 das beste - sprich umsatzstärkste - Jahr seit 1994 (Aufzeichnungsbeginn des Statistischen Bundesamts).

 

  • Die Apotheken waren bereits gut durch das erste Corona-Jahr gekommen, 2021 toppte dies jedoch noch.
  • GKV-Arzneimittelausgaben 2021 stiegen um über 10 %.
    • Zum Vergleich: 2020 belief sich der Zuwachs auf 6,6 %.
    • Gründe: medizinischer Fortschritt, demografische Entwicklung etc.
  • Branchenumsatz 2021 stieg um 7,8 % zum Vorjahr (um 15,4 % zum Vor-Corona-Jahr 2019).
  • Dez. 2021 stärkster Monat (als für die meisten Einzelhändler 2G bzw. 2G+ galt) seit 1994: Umsatzplus rd. 18 % zum Vor-Corona-Dez. 2019.
  • Durchschnittsumsatz (netto) einer Apotheke wird 2021 erstmals die 3 Mio.-Marke knacken: ABER ca. 60 % der Apotheken liegen unter diesem Durchschnitt!
  • Positive Entwicklung 2020 und 2021 resultiert u. a. aus der weiter fortschreitenden Schließung unrentabler Apotheken (Umverteilung des Gesamtumsatzes: Weniger Apotheken erzielen bei wachsendem Markt und rückläufiger Mitbewerberzahl stetig höhere Umsätze).
  • „Corona-Sonderkonjunktur"? Sondereffekte aus der Abgabe von Schutzmasken, Hygieneprodukten, Eigenherstellung von Desinfektionsmitteln, Impfstoffabgabe, Ausstellung von Impfzertifikaten, Verkauf von Schnelltests sowie eigener Testaktivität (Betreiben von Testcentern für kostenlose Bürgertests), Zusatzverkäufe Handpflegemittel, Erkältungspräparate, zur Stärkung des Immunsystems...
  • Laut Spahn bescheren die Sondereffekte rd. 125.000 € Zusatzumsatz pro Apotheke.
  • Als systemrelevante Gesundheitsversorger waren die Apotheken zu keiner Zeit direkt von Lockdowns betroffen. Je nach Standort/Leistungsangebot waren die Apos unterschiedlich von Corona tangiert.
  • Wichtiger und bewährter Bestandteil der ambulanten Gesundheitsversorgung.

 


Versand-Apotheken

  • Online-Apotheken profitieren davon, dass die Bevölkerung weniger häufig das Haus verlässt (Lockdown, Homeoffice, weniger Arztbesuche) und die Vor-Ort-Apotheken aufsucht.
  • Versandapotheken gehören wie viele andere Formate ohne direkten Kontakt zu den Gewinnern in der Corona-Krise.
  • Laut Apotheken Geschäftsklima Index (aposcope) sieht die Apothekerschaft die verstärkte Abwanderung in den Versandhandel als ihr größtes Problem an.
  • Der ohnehin wachsende Versandhandel mit Medikamenten hat in der Corona-Krise noch einmal deutlich zugelegt. Der OTC-Markt konnte bei den Versendern von 2019 auf 2020 um über 14 % beim Umsatz zulegen.

 

 

Ausblick 2022 - Wie geht es für die Apotheken weiter?

  • Abwärtstrend der Apothekenzahl: In Expertenkreisen wird diskutiert, ob die Schließungen bald die 500er-Marke knacken werden.
  • Schere öffnet sich weiter: Gut laufende Apotheken in bester Lage - kleine Apotheken mit schwieriger Infrastruktur.
  • Marktaustritte wesentlicher Faktor für Gewinnsteigerungen!
  • Branchenlage stark Corona- und politikgetrieben.
  • Insgesamt bleibt die wirtschaftliche Lage der Apotheken auch nach 2 Jahren Pandemie sehr heterogen und hängt stark von Standort und Spezialisierung ab.
  • Neue Dienstleistungen sind für Apotheken mit neuen Kosten verbunden.
  • Durch die (baldige?) Einführung des E-Rezepts werden Veränderungen in der Marktsituation bzw. eine weitere Zunahme des Versandhandels erwartet. Versandapotheken hoffen dadurch in den nächsten 5 Jahren ihren bisherigen Rx-Marktanteil von 1 % auf 8 % zu steigern. Der OTC-Bereich wird ebenso weiter Richtung Versand abwandern. (Wann nun das E-Rezept flächendeckend an den Start geht, ist noch unklar...)
  • Dennoch sollten die Apotheker mit Zuversicht in die Zukunft blicken: Apotheken sind durch die Krise in Politik und Gesellschaft so gut positioniert wie seit Langem nicht mehr. Sie konnten während der Pandemie zeigen, dass sie systemrelevant und unverzichtbar in der medizinischen Versorgung der Bevölkerung sind.
  • Rückenwind und Profilierungspotenzial durch die Krise: Im Vergleich zu anderen Branchen kann sich der Apothekensektor als ausgesprochen krisenresistent bezeichnen.