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Kinderärztemangel in Baden-Württemberg: Regionale Unterschiede
Kinderärztemangel in Baden-Württemberg: Regionale Unterschiede
Laut einer Auswertung des Sozialministeriums sei die ambulante Versorgung in der Kinder- und Jugendmedizin in den meisten Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs gesichert, allerdings gebe es in Bezug auf unbesetzte Arztsitze erhebliche regionale Unterschiede.
06.06.2024
Laut einer Auswertung des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Integration sei die ambulante Versorgung in der Kinder- und Jugendmedizin in den meisten Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs gesichert, in Bezug auf unbesetzte Arztsitze bestehen allerdings erhebliche regionale Unterschiede. So seien derzeit etwa 30 Stellen für Kinderärzte unbesetzt, wobei einige Kreise besonders stark betroffen sind. In geringerem Umfang zeigen sich auch in der Frauenheilkunde Engpässe. Um diese Lücken zu schließen, hat das Sozialministerium finanzielle Mittel zur Förderung zusätzlicher Weiterbildungsstellen bereitgestellt. Grund für die Erhebung war eine Anfrage der CDU-Fraktion im Landtag.
Hier die maßgeblichen Aspekte auf einen Blick:
- Statistische Angaben zeigen eine Zunahme der Kinder- und Jugendärzte von 876 im Jahr 2014 auf 1.035 im Jahr 2023. Die Zahl der Fachärzte für Frauenheilkunde ist im gleichen Zeitraum von 1.363 auf 1.448 gestiegen.
- Die Versorgungssituation in der Kinder- und Jugendmedizin ist somit in der Mehrheit der Regionen gesichert, jedoch zeigen sich erhebliche regionale Engpässe.
- Derzeit sind 30 Arztsitze in der Kinder- und Jugendmedizin unbesetzt. Regionale Hotspots sind besonders gravierend im Kreis Biberach mit 5,0 vakanten Sitzen, in der Stadt Pforzheim mit 3,5 vakanten Sitzen, im Landkreis Böblingen mit 3,0 vakanten Sitzen, im Landkreis Calw mit 2,5 vakanten Sitzen und im Landkreis Rottweil mit 2,0 vakanten Sitzen.
- In der Frauenheilkunde sind von den landesweit 7 unbesetzten Sitzen allein 4,5 im Kreis Waldshut vakant.
- Das Land Baden-Württemberg stellt bis zu 648.000 Euro Weiterbildungsförderung für Kinder- und Jugendärzte in der ambulanten Versorgung zur Verfügung. Die Finanzierung ermöglicht bis zu zehn zusätzliche Vollzeitstellen von Januar 2024 bis Ende 2025.
- Der rechtliche Rahmen sieht derzeit noch ein begrenztes Kontingent an Weiterbildungsstellen vor, zukünftige Gesetzesänderungen sollen hier mehr Flexibilität schaffen.
Die Anfrage der CDU-Fraktion sowie die entsprechende Stellungnahme des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Integration finden Sie hier.
Analyse des BARMER-Zahnreports 2024
Analyse des BARMER-Zahnreports 2024
Der BARMER-Zahnreport 2024 untersucht die Häufigkeit und regionale Verteilung kieferorthopädischer Behandlungen bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland.
05.06.2024
Der BARMER-Zahnreport 2024 untersucht die Häufigkeit und regionale Verteilung kieferorthopädischer Behandlungen bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Dabei fallen deutliche Geschlechterunterschiede und regionale Abweichungen auf, die auf eine potenzielle Übertherapie hinweisen.
Hier die wichtigsten Aspekte im Überblick:
- Der Report basiert auf einer Analyse der Abrechnungsdaten von mehr als 53.000 gesetzlich versicherten Achtjährigen über einen Zeitraum von zehn Jahren, was belastbare Angaben zur Inanspruchnahme kieferorthopädischer Behandlungen ermöglicht.
- Die Behandlungsraten variieren regional stark, beispielsweise wurden in Bremen 46 % der Kinder und Jugendlichen behandelt, in Bayern hingegen 60%.
- In Bayern und Baden-Württemberg wurden bei Mädchen Behandlungsraten von 65 %, beziehungsweise 63 % festgestellt, was auf eine mögliche Übertherapie hindeutet.
- Etwa 60 % der Mädchen und 50 % der Jungen erhielten kieferorthopädische Behandlungen. Mögliche Ursachen seien Schönheitsideale, Gruppendruck und elterliche Fürsorge.
- Der Zugang zur kieferorthopädischen Versorgung sei insgesamt zufriedenstellend, jedoch regional unterschiedlich. In ostdeutschen Flächenländern werde beispielsweise ein höherer Anteil der Behandlungen von Praxen ohne kieferorthopädischen Schwerpunkt durchgeführt.
Fazit:
- Frühzeitige kieferorthopädische Behandlungen können langfristige gesundheitliche Probleme (z. B. Karies, Zahnfleischerkrankungen und Kieferfunktionsstörungen) und spätere, kostenintensive Eingriffe verhindern.
- Die BARMER fordert mehr Aufklärungsarbeit über die Notwendigkeit und den Nutzen kieferorthopädischer Behandlungen. Darüber hinaus wird deutlich, dass versorgungspolitische Maßnahmen ergriffen werden sollten, um eine flächendeckende Versorgung durch spezialisierte Fachärzte sicherzustellen. Hier bestehe ein erheblicher Bedarf an weiteren Untersuchungen zur Bewertung der Behandlungsnotwendigkeit und regionalen Versorgung.
- Zusammenfassend legt der Bericht nahe, dass insbesondere bei Mädchen und in bestimmten Regionen die Inanspruchnahme kieferorthopädischer Behandlungen kritisch hinterfragt werden.
Weitere Details können Sie direkt im BARMER-Zahnreport 2024 nachlesen.
Lebenserwartung in Deutschland: Ursachen und Entwicklung im europäischen Vergleich
Lebenserwartung in Deutschland: Ursachen und Entwicklung im europäischen Vergleich
Eine aktuelle Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung und des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung zeigt, dass Deutschland im Vergleich zu anderen westeuropäischen Ländern bei der Lebenserwartung zurückfällt.
04.06.2024
Eine aktuelle Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung und des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung zeigt, dass Deutschland im Vergleich zu anderen westeuropäischen Ländern bei der Lebenserwartung zurückfällt. Während im Jahr 2000 der Rückstand Deutschlands zur durchschnittlichen Lebenserwartung in Westeuropa noch 0,7 Jahre betrug, hat sich dieser Abstand bis 2022 auf 1,7 Jahre vergrößert. Besonders auffällig ist die erhöhte Sterblichkeit bei der Bevölkerung über 65 Jahren, insbesondere bei Frauen ab 75 Jahren.
Hier die wichtigsten Punkte im Überblick:
- Der Abstand der Lebenserwartung Deutschlands zu Westeuropa wuchs von 0,7 Jahren im Jahr 2000 auf 1,7 Jahre im Jahr 2022.
- Seit den 2000er Jahren hat sich die Sterblichkeitslücke zwischen Deutschland und Westeuropa kontinuierlich vergrößert.
- Ostdeutschland konnte den Rückstand zu Westdeutschland und Westeuropa zunächst verringern, insbesondere durch Investitionen in die Gesundheitsversorgung.
- Frauen in Ostdeutschland haben bei der Lebenserwartung zu Westdeutschland aufgeschlossen, während Männer weiterhin einen Rückstand von einem Jahr haben.
- Die Sterblichkeit der über 65-Jährigen in Deutschland ist höher als im westeuropäischen Durchschnitt, besonders bei Frauen ab 75 Jahren und Männern zwischen 55 und 74 Jahren.
- Es besteht insbesondere Bedarf in der Prävention und Früherkennung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie in den Bereichen Tabak-/Alkoholprävention und gesunde Ernährung.
- Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit gezielter Maßnahmen zur Verbesserung der Gesundheitsvorsorge und der Reduzierung der Sterblichkeit, um den Rückstand gegenüber den anderen westeuropäischen Ländern zu verringern.
Schweizer Ärzte beklagen Fehlentwicklungen im Gesundheitssystem
Schweizer Ärzte beklagen Fehlentwicklungen im Gesundheitssystem
In der Schweizer Gesundheitsversorgung nehmen Missstände zu, die sowohl Patienten als auch das System selbst belasten.
03.06.2024
In der Schweizer Gesundheitsversorgung nehmen Missstände zu, die sowohl Patienten als auch das System selbst belasten. Schweizer Ärzte berichten, dass Zusatzhonorare für schnellere Behandlungen sowie unnötige medizinische Untersuchungen zur Regel geworden sind. Der Artikel, veröffentlicht von der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) am Sonntag, basiert auf den Aussagen mehrerer Mediziner, die anonym bleiben wollen, um auf die „griechischen Zustände" in der Schweizer Gesundheitsversorgung hinzuweisen.
Hier die wichtigsten Kritikpunkte im Überblick:
- Patienten müssen oft zusätzliche Gebühren zahlen, um zeitnah behandelt zu werden. Diese Praxis ist besonders in privaten Einrichtungen verbreitet.
- Viele Ärzte führen teure und oft unnötige Untersuchungen durch, was die Gesundheitskosten in die Höhe treibt.
- Es gibt keine systematische Erfassung und Kontrolle der Überversorgung, obwohl diese erhebliches Sparpotenzial bietet.
- Patienten fordern vermehrt sofortige Untersuchungen und Behandlungen, was zu einem Anstieg unnötiger medizinischer Maßnahmen führt.
- Hausärzte überweisen Patienten häufig an Fachärzte, um kein Risiko einzugehen, was zu Doppeluntersuchungen und unnötigen Kosten führt.
Die Mediziner fordern eine Reform des Systems, um die Qualität der Versorgung zu verbessern und die Kosten zu senken. Darüber hinaus weisen sie auf die Notwendigkeit hin, eine Überversorgung zu vermeiden und die medizinische Praxis auf wirksame und notwendige Behandlungen zu konzentrieren.
Den vollständigen Bericht der NZZ am Sonntag finden Sie hier.
Geplantes Verbot von investorenbetriebenen MVZ
Geplantes Verbot von investorenbetriebenen MVZ
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach plant weiterhin, investorenbetriebene Medizinische Versorgungszentren (MVZ) zu verbieten, um die Kommerzialisierung in der medizinischen Versorgung zu begrenzen.
30.05.2024
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach plant weiterhin, investorenbetriebene Medizinische Versorgungszentren (MVZ) zu verbieten, um die Kommerzialisierung in der medizinischen Versorgung zu begrenzen. Dieser Schritt stößt beim Bundesverband der MVZ (BMVZ) auf Widerstand, der die Debatte als ideologiegetrieben bezeichnet.
- Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach bekräftigt am 22.05.2024 seinen Plan, investorenbetriebene Medizinische Versorgungszentren (MVZ) zu verbieten. Wörtlich soll er gesagt haben: „zum Schluss werden die verboten werden".
- Ziele seien die Unterbindung der Kommerzialisierung der Praxen sowie die Qualitätssicherung der medizinischen Versorgung.
- Ärztekammern und KVen unterstellen, das investorenbetriebene MVZ „Rosinenpickerei" betreiben würden.
- Der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands MVZ (BMVZ), Dr. Peter Velling, kritisiert die ideologisch getriebene Debatte und fordert stattdessen mehr Transparenz.
MEDI und ze:roPraxen übernehmen Klinik als MVZ-Anker
MEDI und ze:roPraxen übernehmen Klinik als MVZ-Anker
MEDI Baden-Württemberg und ze:roPraxen haben gemeinsam eine psychiatrische Klinik in Bad Säckingen übernommen, um ihre Möglichkeiten zur Gründung und zum Betrieb medizinischer Versorgungszentren (MVZ) zu erweitern.
29.05.2024
MEDI Baden-Württemberg und ze:roPraxen haben gemeinsam eine Tagesklinik übernommen, um ihre Möglichkeiten zur Gründung und zum Betrieb medizinischer Versorgungszentren (MVZ) zu erweitern. Diese Maßnahme soll die ambulante Versorgung sichern und Ärzten vielfältige berufliche Perspektiven bieten. Die Kooperation ermögliche außerdem, von den Gründungsvorteilen klinikgestützter MVZ zu profitieren und wirtschaftliche sowie organisatorische Herausforderungen besser zu bewältigen.
Hier die wichtigsten Punkte im Überblick:
Kooperation und Zielsetzung
- MEDI Baden-Württemberg und ze:roPraxen haben eine psychiatrische Tagesklinik in Bad Säckingen übernommen. Dadurch sollen die Möglichkeiten zur Gründung und zum Ausbau von MVZ erweitert werden.
- Die Klinikträgerschaft soll dem ärztlichen Nachwuchs vielfältige ambulante Berufsausübungen ermöglichen.
Wettbewerb und rechtliche Herausforderungen
- Die Klinikübernahme soll vertragsärztlichen Verbünden mehr Wettbewerbsfähigkeit gegenüber „industriellen Anbietern" und großen Klinikunternehmen verschaffen.
- Die zunehmenden gesetzlichen Anforderungen und die Kapitalintensität der MVZ-Gründungen stellen große Hürden dar, die durch die Kooperation überwunden werden sollen.
Hintergrund
- MEDI Baden-Württemberg e. V. wurde 1999 gegründet und vertritt rund 5.000 niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten. Der Verbund setzt sich für politische Interessen, fachübergreifendes Denken, die Weiterentwicklung von Verträgen sowie eine praxistaugliche Digitalisierung ein und strebt den Erhalt einer wohnortnahen Versorgung durch freiberufliche Praxen oder eigene MVZ an. Weitere Informationen finden Sie auf der MEDI-Homepage.
- ze:roPraxen entstand 2000 und hat sich von einer nephrologischen Praxis zu einem Netzwerk von über 30 MVZ und Dialysezentren entwickelt, welches jährlich rund 200.000 Patienten versorgt. Weitere Informationen finden Sie auf der ze:roPraxen-Homepage.
- Beide Verbände wollen eine moderne Interpretation der niedergelassenen wohnortnahen Praxis schaffen, die wirtschaftlich tragfähig ist und durch größere Strukturen arbeitet.