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GKV-Zusatzbeitrag 2023: Anstieg wie geplant um 0,3 %

GKV-Zusatzbeitrag 2023: Anstieg wie geplant um 0,3 %

Ursprünglich angekündigt war ebendieser Wert, nur zwischenzeitlich war die Rede gewesen, dass der Zusatzbeitrag doch nur um 0,2 Punkte ansteigen könnte.

21.10.2022

Nun sollen die GKV-Zusatzbeiträge im kommenden Jahr doch um 0,3 Prozentpunkte ansteigen:

  • Der Gesundheitsausschuss hat das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz der Bundesregierung inzwischen abgesegnet.
  • Ursprünglich angekündigt war ebendieser Wert, nur zwischenzeitlich war die Rede gewesen, dass der Zusatzbeitrag doch nur um 0,2 Punkte ansteigen könnte.
  • Zum Hintergrund: Das erwartete Defizit der Krankenkassen mit rund 17 Mrd. € ist größer als bisher angenommen. 

200-Milliarden-Abwehrschirm soll auch Krankenhäuser subventionieren

200-Milliarden-Abwehrschirm soll auch Krankenhäuser subventionieren

Gesundheitsminister Lauterbach sagt den Kliniken nun Zuschüsse aus dem Abwehrschirm der Regierung ("Doppelwumms-Geld") zu.

13.10.2022

Gesundheitsminister Lauterbach sagt den Kliniken nun Zuschüsse aus dem Abwehrschirm der Regierung ("Doppelwumms-Geld") zu.

  • Der sog. "Doppel-Wumms" der Bundesregierung soll nun also auch dazu beitragen, die Krankenhäuser vor drohenden Insolvenzen zu bewahren. Die Kostenblöcke Gas, Strom und Inflation würden für die Krankenhäuser abgefedert, so Lauterbachs Ankündigung.
  • Die Krankenhäuser seien, so Lauterbach, mit steigenden Energiekosten sowie hoher Inflation konfrontiert, was von den aktuellen Landesbasisfallwerten nicht aufgefangen werden könne.
  • Daher sollen jetzt die Länder aus dem 200-Millarden-Paket der Bundesregierung in die Lage versetzt werden, die die Energiekosten der Krankenhäuser zu subventionieren. 
  • Laut Oppostition seien Krankenhäuser, Pflegeheime und Arztpraxen durch die Preisentwicklungen in ihrer Existenz bedroht. 
  • Die Grundlagen dafür, abzuschätzen, wie groß der Bedarf in den Krankenhäusern sei, sei erst am vergangenen Wochenende von einer Expertenkommission geschaffen worden, so Lauterbach. 

AOK Bayern: Forderung einer schnellen Stabilisierung der GKV-Finanzen

AOK Bayern: Forderung einer schnellen Stabilisierung der GKV-Finanzen

Mit den Neuregelungen des GKV-Finanzstabilisierungsgesetzes will Bundesgesundheitsminister Lauterbach das für 2023 erwartete Kassendefizit in Höhe von 17 Mrd. € ausgleichen. Der Verwaltungsrat der AOK Bayern sieht eine drohende Destabilisierung des Gesundheitssystems, sofern das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz so umgesetzt wird, wie aktuell geplant.

10.10.2022

Mit den Neuregelungen des GKV-Finanzstabilisierungsgesetzes will Bundesgesundheitsminister Lauterbach das für 2023 erwartete Kassendefizit in Höhe von 17 Mrd. € ausgleichen.

  • Der bayerische Minister für Gesundheit und Pflege, Klaus Holetschek (CSU), kritisiert das Vorhaben und sprach kürzlich von einem „Versorgungsdestabilisierungsgesetz", das zudem mehr die Handschrift des Justiz- und Finanzministers trage als die des zuständigen Gesundheitsministers. 
  • Holetschek warnt vor einem "Kassen-Crash". Bspw. sei der um 2 Mrd. € höhere Zuschuss des Bundes für den Gesundheitsfonds zu gering. Zudem würden die Krankenkassen weiter abgeschöpft, was unter derm Strich kontraproduktiv sei. Die Streichung der extrabudgetären Vergütung der Ärzte für Neupatienten laufe auf eine Leistungskürzung hinaus, weil die Wartezeiten in manchen Facharztgruppen bereits heute ohnehin schon problematisch seien. 
  • Auch der Verwaltungsrat der AOK Bayern sieht eine drohende Destabilisierung des Gesundheitssystems, sofern das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz so umgesetzt wird, wie aktuell geplant.
  • Das Gremium hat daher kürzlich eine Resolution verabschiedet mit der Forderung, die GKV-Finanzen schnell und nachhaltig zu stabilisieren, da andernfalls die Versorgungssicherheit der Patienten gefährdet sein könnte.
  • Zur Lösung schlägt der Verwaltungsrat bspw. vor, den Mehrwertsteuersatz auf Arzneimittel auf 7 % abzusenken, wodurch ca. 5,3 Mrd. € p. a. zusätzlich für die Gesundheitsversorgung zur Verfügung stehen könnten.
  • Darüber hinaus sollte der Bund die vollen Kosten für die Versorgung von „Arbeitslosengeld II"-Beziehern (ALG II) aus Steuermitteln bezahlen.  Durch die Übernahme würde das prognostizierte Defizit der GKV von mindestens 17 Mrd. € deutlich verringert werden.

GKV und Apotheker: Einigung zur Grippeimpfung in Apotheken

GKV und Apotheker: Einigung zur Grippeimpfung in Apotheken

Kürzlich konnten sich der Deutsche Apothekerverband und der GKV-Spitzenverband nach vielen Verhandlungen bzgl. der Details zur Durchführung von Grippeschutzimpfungen in Apotheken einigen.

06.10.2022

Kürzlich konnten sich der Deutsche Apothekerverband (DAV) und der GKV-Spitzenverband nach vielen Verhandlungen bzgl. der Details zur Durchführung von Grippeschutzimpfungen in Apotheken einigen.

  • Grippeschutzimpfungen sollen ab diesem Herbst erstmalig als Regelleistung bundesweit in den Vor-Ort-Apotheken durchgeführt werden. Da die Coronavirus-Impfverordnung noch bis Ende 12/2022 gilt, können die Apotheker dann auch kombiniert gegen COVID impfen.
  • Der entsprechende Vertragstext zur Grippeschutzimpfung muss noch angepasst und von beiden Seiten unterzeichnet werden.
  • Erst danach sollen weitere Details bekannt gegeben werden.
  • Zum Hintergrund: Dass die Apotheken regelhaft gegen Influenza impfen, wurde mit dem Pflegebonusgesetz Ende 06/2022 beschlossen. Laut Paragraf 132e SGB V hätten DAV und GKV-Spitzenverband wesentliche Vertragsinhalte - Vergütung für Impfung und deren Dokumentation, Abrechnungsverfahren - bereits bis Ende August festlegen sollen. 

Stiftung Gesundheit: Medizinklimaindex 3. Quartal 2022 zeigt Alarm-Stimmung unter den Heilberuflern

Stiftung Gesundheit: Medizinklimaindex 3. Quartal 2022 zeigt Alarm-Stimmung unter den Heilberuflern

Halbjährlich wird im Auftrag der Hamburger Stiftung Gesundheit der sog. Medizinklimaindex zur Einschätzung der wirtschaftlichen Lage der Heilberufler erhoben. Die Befragung zum 3. Quartal 2022 unter 1.468 Leistungserbringern zeigt Alarm-Stimmung in der ambulanten Versorgung.

05.10.2022

Halbjährlich wird im Auftrag der Hamburger Stiftung Gesundheit der sog. Medizinklimaindex zur Einschätzung der wirtschaftlichen Lage der Heilberufler erhoben. Die Befragung zum 3. Quartal 2022 unter 1.468 Leistungserbringern zeigt Alarm-Stimmung in der ambulanten Versorgung.

  • Die wirtschaftliche Zuversicht der Ärzteschaft hat mit der aktuellen Ausgabe einen neuen alarmierenden Tiefstand erreicht: So sank das Medizinklima der Ärzte um 22,9 Punkte auf einen Wert von -33,1.
  • Damit wurde sogar der Tiefstand von 05/2020 unterschritten, der durch die erste Welle der Covid-Pandemie verursacht wurde.
  • Auch in der Apothekerschaft ist die Stimmung sehr schlecht: Hier nahm das Medizinklima um 22,1 Punkte auf einen Wert von -54,4 ab. Im Vergleich der Heilberufler weisen die Apotheker damit den niedrigsten Wert auf. 83,3 % der Apotheker rechnen derzeit mit einer Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Lage.
  • Auch bei Hausärzten, Fachärzten, Zahnärzten und Ergotherapeuten erwarten dies inzwischen über 2/3.
  • Für die schlechte Stimmung sorgen meist die düsteren Zukunftserwartungen, nicht so sehr die aktuelle wirtschaftliche Situation der Praxen und Offizinen.
  • Weitere Informationen finden Sie hier.

Extrabudgetäre Gesamtvergütung in den letzten 10 Jahren mehr als verdoppelt

Extrabudgetäre Gesamtvergütung in den letzten 10 Jahren mehr als verdoppelt

In der Dekade 2011 bis 2020 hat sich die extrabudgetäre Gesamtvergütung (EGV) mehr als verdoppelt: von ca. 8,1 Mrd. € (2011) auf 18,2 Mrd. € in 2020.

22.09.2022

In der Dekade 2011 bis 2020 hat sich die extrabudgetäre Gesamtvergütung (EGV) mehr als verdoppelt: von ca. 8,1 Mrd. € (2011) auf 18,2 Mrd. € in 2020.

  • Um ca. 35 % stieg im selben Zeitraum die von der GKV geleistete Gesamtvergütung: von 31,7 Mrd. € in 2011 auf 42,7 Mrd. € im Jahr 2020. Der gedeckelte Teil der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung erhöhte sich in diesem Zeitraum um nur 4 % (von 23,6 Mrd. € auf 24,5 Mrd. €).
  • Zugunsten der EGV fällt die Veränderung noch deutlicher aus: 2011 entsprach deren Anteil an der Gesamtvergütung erst 25,2 % des von den Kassen an ihre ambulanten Vertragspartner geleisteten Geldes ungeschmälerten Honorars. In den Jahren bis 2020 nahm dieser Anteil kontinuierlich zu und liegt 2020 bei 42,6 %. Durch die Förderung ärztlicher Dialyseleistungen, der Entbudgetierung probatorischer Sitzungen, der Einführung neuer Geriatrieleistungen und die extrabudgetär konnotierten Fallkonstellationen des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) gab es in den Jahren 2013, 2019 und 2020 sprunghafte Zuwächse.
  • Es darf also damit gerechnet werden, dass der durch die Streichung der Neupatientenregelung entstehende Einschnitt durch die Dynamik der EGV-Entwicklung mittelfristig egalisiert werden wird.
  • Im Zeitraum 2014 bis 2018 stieg die extrabudgetäre Vergütung im Schnitt um 5 % gegenüber dem Vorjahr (von Jahr zu Jahr ca. 620 Mrd. € plus).