Zusatzbeiträge 2021: Kassen warnen vor Anstieg

Aufgrund der Corona-Krise könnten die Zusatzbeiträge nächstes Jahr flächendeckend ansteigen - sofern kein zusätzlicher Bundeszuschuss in den Topf des Gesundheitsfonds gelangt.

11.09.2020

Aufgrund der Corona-Krise könnten die Zusatzbeiträge nächstes Jahr flächendeckend ansteigen - sofern kein zusätzlicher Bundeszuschuss in den Topf des Gesundheitsfonds gelangt. Bereits jetzt haben die gesetzlichen Krankenkassen für 2021 zusätzlichen Finanzbedarf angemeldet. Zwar konnten die Kassen im 1. Halbjahr 2020  einen Überschuss verbuchen - 2021 scheint sich die Lage jedoch anders darzustellen.

  • „Um einen flächendeckenden Anstieg der Zusatzbeiträge im kommenden Jahr zu vermeiden, braucht es für 2021 einen extra Bundeszuschuss für den Gesundheitsfonds", so die Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Dr. Doris Pfeiffer, nach einem kürzlichen Treffen der Kassen mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, CDU.
  • Die umfassenden Maßnahmen wegen der Corona-Pandemie wie Rettungsschirme für Arztpraxen und Kliniken hätten „deutliche Spuren" sowohl beim Gesundheitsfonds wie auch bei den einzelnen Kassen hinterlassen, so Pfeiffers Ansicht.
  • Dank einer „vorausschauenden Haushaltsführung" in den vergangenen Jahren kämen die Kassen 2020 im Durchschnitt noch ohne eine Beitragserhöhung aus, betonte Pfeiffer. 2021 sei jedoch ein zusätzlicher Bundeszuschuss nötig.
  • Im 1. Halbjahr 2020 verzeichnete die GKV ein Plus von 1,3 Mrd. €. Ein Grund für das Plus sind auch gesunkene Ausgaben für Behandlungen, da viele Operationen in Kliniken abgesagt wurden oder Patienten aus Angst vor einer Ansteckung mit Corona den Praxen fernblieben.
  • Der Bund leistet dieses Jahr bereits zusätzlich Zahlungen i. H. v. 3,5 Mrd. € an den Fonds.
  • Wie sich Ausgaben und Einnahmen der Kassen künftig weiterentwickeln werden, ist derzeit jedoch noch nicht absehbar.
  • Vor dem Hintergrund, dass durch Corona die Kassen-Einnahmen sinken und die -Ausgaben steigen, betonte Gesundheitsminister Spahn: „Zusammengefasst führen die Zahlen zu einem Finanzbedarf von 16,6 Mrd. € für das nächste Jahr, wenn der Zusatzbeitrag stabil bleiben soll." Da der Zusatzbeitrag von Versicherten und Arbeitgebern zu gleichen Teilen bezahlt wird, komme laut Spahn „eine zweite Prämisse in Spiel". So gebe es in der Bundesregierung ein „gemeinsames Verständnis" darüber, dass in der aktuellen Krise die Lohnnebenkosten unter der Marke von 40 % bleiben sollten. Somit sei es „offenkundig, dass es einen Bundeszuschuss braucht". Konkrete Details hierzu gibt es derzeit noch nicht.