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KBV sendet Vorschläge zur Bürokratiereduzierung in Praxen an Gesundheitsminister Lauterbach
KBV sendet Vorschläge zur Bürokratiereduzierung in Praxen an Gesundheitsminister Lauterbach
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat neun umfassende Vorschläge zur Reduzierung der bürokratischen Belastung in Arztpraxen vorgelegt und fordert Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach zum schnellen Handeln auf. Angesichts der steigenden Bürokratiebelastung und der knappen Zeitressourcen in Arztpraxen drängt die KBV auf Maßnahmen, um die Praxisteams zu entlasten und die Patientenversorgung zu verbessern.
12.09.2023
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat neun umfassende Vorschläge zur Reduzierung der bürokratischen Belastung in Arztpraxen vorgelegt und fordert Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach zum schnellen Handeln auf. Angesichts der steigenden Bürokratiebelastung und der knappen Zeitressourcen in Arztpraxen drängt die KBV auf Maßnahmen, um die Praxisteams zu entlasten und die Patientenversorgung zu verbessern. Im Mittelpunkt der Vorschläge stehen die Abschaffung von AU-Bescheinigungen in Bagatellfällen, die Förderung der Digitalisierung sowie die Reduzierung von Massenanfragen von verschiedenen Stellen. Diese Maßnahmen sollen nicht nur die Arbeit in den Praxen erleichtern, sondern auch junge Ärzte ermutigen, sich niederzulassen.
Hier die wichtigsten Details und Zahlen zu den Vorschlägen der KBV zusammengefasst:
- Die KBV drängt auf einen zügigen Bürokratieabbau in Praxen, da die demografische Entwicklung die Praxisteams belastet und junge Ärzte abschreckt.
- Laut KBV verbringt jede Praxis in Deutschland mehr als einen Tag pro Woche mit bürokratischen Aufgaben.
- Die KBV schlägt vor, AU-Bescheinigungen in "Bagatellfällen" zu streichen, was etwa 35 % aller Arbeitsunfähigkeitsfälle betrifft und eine Entlastung von rund 1,4 Millionen Stunden pro Jahr bedeuten würde.
- Ähnliche Flexibilisierungsvorschläge betreffen die ärztliche Bescheinigung bei Krankheit eines Kindes, die nicht mehr ab dem ersten Krankheitstag verlangt werden soll.
- Die KBV unterstützt die vollständige Digitalisierung der AU, um den Papierkram zu reduzieren.
- Ein weiterer Vorschlag ist die Abschaffung des Konsiliarberichts vor Beginn einer Psychotherapie bei ärztlicher Überweisung.
- Die KBV kritisiert die massenhaften Anfragen von verschiedenen Stellen an die Praxen als "enormen Zeitkiller": Laut einer Umfrage wünschen sich 22 % der Teilnehmer, dass Krankenkassen weniger Anfragen an Praxen stellen, während 19 % die Reduzierung der Dokumentation und 18 % die Förderung der Digitalisierung befürworten.
- Die KBV fordert ein vereinfachtes Regelwerk für Videosprechstunden, um die Nutzung zu erleichtern.
- Die Vorschläge zur Entbürokratisierung wurden in Zusammenarbeit mit Ärzten, Psychotherapeuten und Kassenärztlichen Vereinigungen entwickelt.
- Die Entbürokratisierung in Arztpraxen ist auch Teil der Forderungen der Ärzte- und Psychotherapeutenschaft an Gesundheitsminister Lauterbach.
- Die KBV erwartet in Kürze eine Antwort von Lauterbach; die nächste KBV-VV findet am 15. September statt.
Zahnarzt aus München: Millionenbetrug mit gefälschten Abrechnungen
Zahnarzt aus München: Millionenbetrug mit gefälschten Abrechnungen
Ein 60-jähriger Zahnarzt aus München, Jörg G., wurde vor Gericht wegen eines Millionenbetrugs angeklagt. Über einen Zeitraum von sechs Jahren hatte er gefälschte Abrechnungen erstellt und dabei über 3,1 Millionen Euro ergaunert. Seine Praxis lief nach 20 Jahren nicht mehr, und er suchte nach Möglichkeiten, an Geld zu kommen.
05.09.2023
Ein 60-jähriger Zahnarzt aus München, Jörg G., wurde vor Gericht wegen eines Millionenbetrugs angeklagt. Über einen Zeitraum von sechs Jahren hatte er gefälschte Abrechnungen erstellt und dabei über 3,1 Millionen Euro ergaunert. Seine Praxis lief nach 20 Jahren nicht mehr, und er suchte nach Möglichkeiten, an Geld zu kommen.
- Jörg G. wendete eine betrügerische Abrechnungsmethode an, indem er die Versichertenkarten von Notfall-Patienten, die nur einmal seine Praxis besuchten, manipulierte. Er fügte falsche Behandlungen hinzu, die in den vorangegangenen und nachfolgenden Quartalen stattgefunden haben sollten. Dies wiederholte er 25 Mal zwischen 2014 und 2020. Zusätzlich täuschte er auch seine eigenen Mitarbeiter, deren Angehörige und andere Patienten, indem er ähnliche falsche Abrechnungen erstellte.
- Um sicherzustellen, dass die betrügerischen Abrechnungen nicht auffallen, fragte Jörg G. gelegentlich bei den Krankenkassen nach, ob die Patienten noch versichert waren. Auch forderte der Angeklagte dort wiederholt sogenannte Ersatzbehandlungsscheine an. Mit diesen Scheinen können im Einzelfall auch ohne Versichertenkarte Leistungen abgerechnet werden. Dies sollte verhindern, dass der Betrug bei einem Wechsel der Krankenversicherung oder dem Tod eines Versicherten aufgedeckt wurde.
- Die Masche flog auf, als die Mitarbeiterin einer Krankenkasse Misstrauen wegen der häufigen Anfragen entwickelte und dies meldete. Im Prozess vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth räumte Jörg G. die Vorwürfe ein.
- Jörg G. gab finanzielle Schwierigkeiten aufgrund des Rückgangs von Patienten in seiner Umgebung als Grund für seine Betrügereien an. Bei seiner ersten Falschabrechnung gegenüber der Kassenärztlichen Vereinigung war der Betrug nicht aufgefallen, daher setzte er seine falschen Abrechnungen fort.
- Der Zahnarzt muss mit einer längeren Gefängnisstrafe rechnen, ihm drohen bis zu zehn Jahre Haft. Der Prozess wird vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth abgehalten und soll sich über sieben Verhandlungstage bis Mitte Oktober erstrecken.
Ausländische Pflegekräfte verlieren Interesse an Deutschland als Arbeitsort
Ausländische Pflegekräfte verlieren Interesse an Deutschland als Arbeitsort
Laut dem aktuellen Integrationsbarometer 23, das kürzlich veröffentlicht wurde, nimmt die Attraktivität Deutschlands als Arbeitsort für ausländische Pflegefachkräfte ab.
04.09.2023
Laut dem aktuellen Integrationsbarometer 23, das kürzlich veröffentlicht wurde, nimmt die Attraktivität Deutschlands als Arbeitsort für ausländische Pflegefachkräfte ab.
- Nur knapp 70 % würden sich heute für Deutschland entscheiden, 2022 waren es noch über 90 %, so das Recruitingunternehmen Globogate.
- Das Gütesiegel "Faire Anwerbung Pflege Deutschland" ist nur 8,7 % der Befragten bekannt.
- Das jährlich erstellte Integrationsbarometer basiert auf den Meinungen von über 1.000 ausländischen Pflegefachkräften, die im Rahmen spezieller Programme nach Deutschland gekommen sind. U. a. Faktoren wie betriebliche, kulturelle und soziale Bedingungen werden dabei bewertet.
- Die negative Entwicklung wird oft auf kurzfristige Pooling-Modelle zurückgeführt, die keine transparente und ethisch korrekte Zuordnung der Pflegefachkräfte zu ihren zukünftigen Arbeitgebern in Deutschland ermöglichen, erklärt Globogate.
- Um eine nachhaltige Rekrutierung im Ausland zu gewährleisten, sind Integrationskonzepte, Mentorenprogramme, Sprachförderung nach der Ankunft, Förderung interkultureller Kompetenzen und transparente Vorbereitung wichtig. Weitere Faktoren sind u. a. seriöse Orientierung, transparente Aufklärung der Kandidaten über Programme und Jobangebote, Management von Erwartungshaltungen, Bindung und Loyalität, Umsetzung von Integrationskonzepten, Bindung im Herkunftsland, Gespräche über Karrierechancen und proaktive Kommunikation während der Einarbeitungsphase.
- Diese Ergebnisse sind bedenklich, da Deutschland besonders in der Pflegebranche auf ausländische Unterstützung angewiesen ist.
- Trotz des kürzlich beschlossenen Fachkräfteeinwanderungsgesetzes der Bundesregierung, das mehr internationales Fachpersonal anziehen soll, zeigt auch eine Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung, dass dringend benötigte Pflegefachkräfte aufgrund komplexer Anerkennungsprozesse verloren gehen.
Statista: Deutschland führend bei Online-Arzneikäufen
Statista: Deutschland führend bei Online-Arzneikäufen
Laut einer aktuellen Statista-Umfrage haben die Deutschen in den vergangenen 12 Monaten vor allem Medikamente bei stationären Apotheken erworben. Dennoch führt Deutschland den europäischen Markt für Online-Medikamentenkäufe an.
01.09.2023
Laut einer aktuellen Statista-Umfrage haben die Deutschen in den vergangenen 12 Monaten vor allem Medikamente bei stationären Apotheken erworben. Dennoch führt Deutschland den europäischen Markt für Online-Medikamentenkäufe an.
- Deutschland belegt den ersten Platz im europäischen Vergleich, wenn es um Online-Medikamentenkäufe geht.
- Insgesamt haben hierzulande 39 % der Befragten ihre Medikamente online erworben.
- Im Vergleich dazu waren es in Polen 33 % und in Österreich 31 %. Die niedrigsten Werte verzeichnen hingegen Frankreich mit 12 %, Spanien mit 13 % und Großbritannien mit 18 %.
- Die Umfrageergebnisse zeigen auch, dass 80 % der Deutschen in den letzten zwölf Monaten Medikamente auf Rezept sowie rezeptfreie Arzneimittel in stationären Apotheken gekauft haben. Dieser Trend erstreckt sich auch auf europäischer Ebene, da Arzneimittel überwiegend vor Ort erworben werden.
- Den höchsten Anteil an Vor-Ort-Käufen verzeichnet Spanien mit 93 %. Knapp dahinter liegen Polen und Italien mit jeweils 90 %, gefolgt von Frankreich mit 88 % und Österreich mit 85 %. Schlusslichter sind Großbritannien mit 72 % und die Schweiz mit 57 %.
- Zum Hintergrund: Diese Daten wurden von der Statistik-Online-Plattform Statista veröffentlicht. Die Umfrage basierte auf 2.000 bis 6.000 Teilnehmern im Alter von 18 bis 64 Jahren pro Land und wurde im Zeitraum von April 2022 bis März 2023 durchgeführt. Mehrfachantworten waren möglich.
Umfrage zeigt dramatische Lage der Pflegebranche
Umfrage zeigt dramatische Lage der Pflegebranche
Die Pflegebranche in Deutschland steht unter erheblichem Druck, wie eine aktuelle Umfrage des Branchenverbands bad (Bundesverband ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen) zeigt.
29.08.2023
Die Pflegebranche in Deutschland steht unter erheblichem Druck, wie eine aktuelle Umfrage des Branchenverbands bad (Bundesverband ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen) zeigt.
- Von den 300 befragten Mitgliedern geben alarmierende 66 % an, derzeit Verluste zu verzeichnen.
- Mehr als die Hälfte der Unternehmen in der Verlustzone (54 %) finanziert ihre laufenden Kosten aus betrieblichen Rücklagen.
- Ein Viertel hat Bankdarlehen aufgenommen (26 %), und 22 % greifen sogar auf privates Geld zurück.
- Die steigenden Personal- und Sachkosten der letzten zwölf Monate, deren unzureichende Refinanzierung durch die gesetzlichen Kostenträger sowie die seit September 2022 geltende Tariftreuepflicht haben zu großen Herausforderungen geführt.
- 34 % der befragten Unternehmen haben bereits Personal abgebaut, während 33 % zusätzliches Pflege- und Betreuungspersonal eingestellt haben.
- Die Umsetzung der Tariftreuepflicht hat bei 44 % der Befragten zu einer Arbeitsverdichtung geführt, obwohl 34 % eine verbesserte Mitarbeiterzufriedenheit feststellen und 27 % berichten, dass Mitarbeiter ihre Arbeitsstunden reduziert haben.
- Die Aussichten für die Zukunft sind düster: Laut der Umfrage bewerten 76 % der Pflegeanbieter die wirtschaftlichen Aussichten ihres Betriebes als "eher negativ", während nur 10 % optimistisch sind.
- Der Bundesverband bad plant aktuell eine Kampagne mit dem Motto "Die Pflege ist in Not", um die dramatische Lage der Pflegewirtschaft politischen Entscheidungsträgern und der Öffentlichkeit bewusst zu machen. Die Forderung lautet, die Pflegesachleistungen anzuheben und dynamisch an die steigenden Pflegekosten anzupassen.
- Zum Hintergrund: Der Branchenverband vertritt die Interessen von über 1500 Pflegediensten und Pflegeeinrichtungen in Deutschland.
Weitere Informationen finden Sie hier.
Beratungskostenzuschuss: Neues Förderprogramm für Praxisinhaber
Hygienezuschlag für Haus- und Fachärzte ab 01.01.2022
Der Erweiterte Bewertungsausschuss hatte im Sommer dieses Jahres den finanziellen Ausgleich für die allgemeinen Hygienekosten in Arztpraxen auf 98 Mio. € beziffert; aktuell wurde die Verteilung dieses Mehrbedarfs für Hygieneaufwendungen festgelegt.
25.11.2021
Der Erweiterte Bewertungsausschuss (EBA) hatte im Sommer dieses Jahres den finanziellen Ausgleich für die allgemeinen Hygienekosten in Arztpraxen auf 98 Mio. € beziffert; aktuell wurde die Verteilung dieses Mehrbedarfs für Hygieneaufwendungen festgelegt. Damit sollen die gestiegenen Kosten u. a. für die Verwendung diverser Hygiene-Produkte, Hygieneberatungen oder Fortbildungen aufgefangen werden. Hintergrund ist, dass der Anstieg der Hygienekosten laut KBV bis dato weder im EBM noch im Orientierungswert ausreichend erfasst sei.
- Der Beschluss des EBA wurde laut KBV gegen die Stimmen der Krankenkassen gefasst.
- Nach Angaben der KBV ergibt sich aus dem Beschluss für Praxen ein Zuschlag von 2 Punkten, der ab 01.01.2022 zu jeder Grund-, Versicherten- und Konsiliarpauschale gezahlt wird.
- Damit beträgt der Aufschlag rund 22,5 Ct. pro Fall.
- Der Zuschlag auf die allgemeinen Hygienekosten ist fachübergreifend gleich hoch; ausgenommen sind Fälle, die als reiner Videokontakt stattfinden.