Internationale Fachkräfte werden zur Stütze der medizinischen Versorgung
In Pflege, Assistenzberufen und mehreren ärztlichen Fachrichtungen ist der Anteil ausländischer Beschäftigter zwischen 2015 und 2025 deutlich gestiegen.
18.09.2026
Ausländische Beschäftigte übernehmen eine immer wichtigere Rolle bei der personellen Sicherung des deutschen Gesundheitswesens:
In Engpassberufen hat sich ihre Zahl innerhalb von 10 Jahren mehr als verdoppelt, in der Pflege und in mehreren medizinischen Fachrichtungen liegen die Zuwächse besonders hoch.
Gesundheitswesen wird stärker durch internationale Beschäftigte getragen
Deutschland ist bei der gesundheitlichen Versorgung zunehmend auf Beschäftigte mit ausländischer Staatsangehörigkeit angewiesen. Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung in Berufen, in denen bereits heute ein erheblicher Personalengpass besteht.
Nach einer Auswertung von Daten der Bundesagentur für Arbeit für den Zeitraum 2015 bis 2025 ist der Anteil ausländischer Beschäftigter in zahlreichen Gesundheitsberufen deutlich gewachsen.
Im Juni 2025 waren insgesamt rund 8,83 Mio. sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in sogenannten Engpassberufen tätig. Davon hatten knapp 1,29 Mio. Beschäftigte eine ausländische Staatsangehörigkeit.
Damit ergibt sich folgendes Bild:
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Anteil ausländischer Beschäftigter 2015: 7,6 %
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Anteil ausländischer Beschäftigter 2025: 14,6 %
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Zahl ausländischer Beschäftigter 2015: rund 609.000
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Zahl ausländischer Beschäftigter 2025: knapp 1,29 Mio.
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Entwicklung innerhalb von 10 Jahren: mehr als Verdoppelung
Der Anstieg betrifft insbesondere Pflegeberufe, medizinische Assistenzberufe sowie mehrere fachärztliche Tätigkeitsfelder.
Pflege verzeichnet besonders starken Zuwachs
Die größte Gruppe innerhalb der untersuchten Gesundheitsberufe bilden die Pflegeberufe. Dazu gehören unter anderem:
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Gesundheits- und Krankenpflege
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Fachkrankenpflege
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Fachkinderkrankenpflege
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Altenpflege
Im Jahr 2025 arbeiteten in diesen Bereichen knapp 1,2 Mio. Beschäftigte. Rund 181.600 von ihnen besaßen eine ausländische Staatsangehörigkeit.
Der Anteil stieg damit auf:
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4,8 % im Jahr 2015
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15,1 % im Jahr 2025
Auch die absolute Zahl entwickelte sich stark:
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2015: rund 51.300 ausländische Beschäftigte
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2025: rund 181.600 ausländische Beschäftigte
Damit hat sich die Zahl innerhalb von 10 Jahren mehr als verdreifacht. Die internationale Zuwanderung trägt somit erheblich dazu bei, den Personalbedarf in der Pflege abzudecken.
Zahnmedizinische Assistenz: Anteil mehr als verdoppelt
Auch bei den Zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA) ist der Anteil ausländischer Beschäftigter deutlich gestiegen.
Betrachtet wurden Beschäftigte auf Fachkraftniveau. Hier entwickelte sich die Zahl wie folgt:
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Anteil 2015: 6,5 %
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Anteil 2025: 16,1 %
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Zahl 2015: knapp 11.000
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Zahl 2025: rund 33.300
Damit hat sich die Zahl der ZFA mit ausländischer Staatsangehörigkeit innerhalb des betrachteten Zeitraums etwa verdreifacht.
Für Zahnarztpraxen ist diese Entwicklung besonders relevant, da Zahnmedizinische Fachangestellte zentrale Aufgaben bei Assistenz, Organisation, Hygiene und Patientenbetreuung übernehmen.
Auch Medizinische Fachangestellte zunehmend international
Bei den Medizinischen Fachangestellten (MFA) ist ebenfalls ein deutlicher Anstieg zu beobachten. Der Anteil ausländischer Beschäftigter erhöhte sich von 4,0 % im Jahr 2015 auf 7,7 % im Jahr 2025.
In absoluten Zahlen bedeutet das:
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2015: rund 14.400 ausländische MFA
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2025: rund 32.500 ausländische MFA
Die Zahl hat sich damit mehr als verdoppelt.
Die Entwicklung zeigt, dass internationale Beschäftigte nicht nur in der stationären Pflege, sondern auch in ambulanten Einrichtungen eine zunehmend wichtige Rolle spielen. Gerade Arztpraxen sind bei der Organisation des Praxisbetriebs häufig auf qualifizierte MFA angewiesen.
Zweistellige Anteile in mehreren ärztlichen Fachrichtungen
Auch bei verschiedenen ärztlichen Engpassberufen ist der Anteil ausländischer Beschäftigter inzwischen zweistellig.
Den höchsten Wert innerhalb der untersuchten Fachrichtungen erreichte 2025 die Innere Medizin:
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Innere Medizin: 18,4 %
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Psychiatrie und Psychotherapie: 16,7 %
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Chirurgie: 16,6 %
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Anästhesiologie: 12,7 %
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Kinder- und Jugendmedizin: 9,7 %
Damit liegt der Anteil ausländischer Beschäftigter in mehreren besonders versorgungsrelevanten Fachrichtungen bei deutlich mehr als 10 %.
Gerade in Bereichen wie Innerer Medizin, Chirurgie, Anästhesiologie und Psychiatrie kann die internationale Personalgewinnung daher einen wichtigen Beitrag leisten, um bestehende Engpässe abzufedern.
Auch Zahnärzte und Kieferorthopäden mit höherem Auslandsanteil
Bei Zahnärzten und Kieferorthopäden stieg der Anteil ausländischer Beschäftigter ebenfalls spürbar.
Die Entwicklung:
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Anteil 2015: 7,7 %
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Anteil 2025: 13,2 %
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Zahl 2015: rund 1.300
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Zahl 2025: knapp 3.800
Die Zahl der Beschäftigten mit ausländischer Staatsangehörigkeit hat sich damit innerhalb von 10 Jahren nahezu verdreifacht.
Ausländische Staatsangehörigkeit ist nicht gleich Einwanderungsgeschichte
Bei der Interpretation der Zahlen ist eine wichtige Einschränkung zu beachten: Die Statistik unterscheidet ausschließlich nach der Staatsangehörigkeit.
Nicht gesondert erfasst werden Beschäftigte,
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die eine Einwanderungsgeschichte haben,
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inzwischen aber die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen,
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oder deren internationale Biografie in der Statistik nicht mehr sichtbar ist.
Der tatsächliche Beitrag von Menschen mit internationaler Herkunft zum deutschen Gesundheitswesen dürfte daher noch größer sein als in den ausgewiesenen Zahlen.
Grundlage der Auswertung
Die Untersuchung konzentriert sich auf Berufe, die in der Engpassanalyse 2025 der Bundesagentur für Arbeit eine Bewertung von mindestens 2,0 erhielten.
Um die Entwicklung über den gesamten Zeitraum vergleichbar zu machen, wurde diese Definition rückwirkend auch auf die Jahre 2015 bis 2024 angewendet.
Die Auswertung umfasst somit nicht sämtliche Gesundheitsberufe, sondern gezielt jene Tätigkeiten, bei denen ein besonderer Personalbedarf beziehungsweise ein Engpass festgestellt wurde.
--> Internationale Beschäftigte werden für die Versorgung unverzichtbarer
Die Zahlen machen deutlich, dass ausländische Beschäftigte in vielen Bereichen des Gesundheitswesens inzwischen eine tragende Rolle einnehmen.
Besonders stark ist der Zuwachs in:
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Pflegeberufen
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Zahnmedizinischer Assistenz
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Medizinischer Assistenz
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Innerer Medizin
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Psychiatrie und Psychotherapie
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Chirurgie
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Anästhesiologie
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Zahnmedizin und Kieferorthopädie
Mit einem Anstieg von 7,6 % auf 14,6 % innerhalb von 10 Jahren hat sich der Anteil ausländischer Beschäftigter in den untersuchten Engpassberufen nahezu verdoppelt. In der Pflege liegt er bereits bei 15,1 %, bei Zahnmedizinischen Fachangestellten sogar bei 16,1 %.
Damit leisten Beschäftigte mit ausländischer Staatsangehörigkeit einen wesentlichen Beitrag dazu, die medizinische und pflegerische Versorgung in Deutschland trotz zunehmender Personalengpässe aufrechtzuerhalten.
Weitere Informationen finden Sie hier: https://dserver.bundestag.de/btd/21/075/2107546.pdf