KVBW: Fortsetzung für DocDirekt nach 2-jähriger Modellphase

Das telemedizinische Angebot DocDirekt der KV Baden-Württemberg soll auch nach Ende der 2-jährigen Modellphase weiter fortgesetzt werden. Einen Wechsel gab es lediglich beim IT-Partner: Nachdem die Kooperation mit der TeleClinic GmbH ausgelaufen ist, wird nun mit dem Münchener Unternehmen Minxli zusammengearbeitet.

06.08.2020

Das telemedizinische Angebot DocDirekt der KV Baden-Württemberg (KVBW) soll auch nach Ende der 2-jährigen Modellphase weiter fortgesetzt werden. Einen Wechsel gab es lediglich beim IT-Partner: Nachdem die Kooperation mit der TeleClinic GmbH ausgelaufen ist, wird nun mit dem Münchener Unternehmen Minxli zusammengearbeitet.

  • Zum Hintergrund: 04/2018 fiel der Startschuss für DocDirekt - zunächst auf die Landkreise Tuttlingen und Stuttgart reduziert. Kurze Zeit später konnte das Projekt in ganz Baden-Württemberg ausgerollt werden.
  • Zum Ablauf: DocDirekt ist nach KV-Angaben von Montag bis Freitag von 9 bis 19 Uhr erreichbar. Der Versicherte muss sich eine App herunterladen oder sich über die Webseite www.docdirekt.de einloggen. Nach Registrierung könne dann per Videotelefonie Kontakt mit dem Callcenter der KVBW aufgenommen werden. Dort nehmen Mitarbeiter Personalien und Krankheitssymptome auf und vereinbaren einen Anruf für den Rückruf durch den Tele-Arzt. Derzeit arbeiten 40 Tele-Ärzte für DocDirekt.
  • Seit dem Start von DocDirekt sind bis Mitte Oktober 2019 insgesamt 1.574 Patienten telemedizinisch behandelt worden.
  • In der Startphase des Projekts waren es nur rund 50 Patienten pro Quartal, in QIII/2019 waren es schon etwa 600.
  • Laut Angaben der KVBW konnten durchschnittlich rund 80 % der Anfragen per Videoanruf „abschließend geklärt werden".
  • Das Durchschnittsalter der Patienten lag im Schnitt bei 38,5 Jahren.
  • Angesichts der Corona-Pandemie sei die Weiterführung des Projekts laut KVBW als „logische Konsequenz" zu sehen. In den vergangenen Wochen war die Zahl der Genehmigungen für Videosprechstunden förmlich explodiert: KV-weit von 9 auf über 4.000.
  • Mit Wirkung ab 01.06.2020 hat die Landesärztekammer jüngst den bisherigen Modellvorbehalt für Vorhaben der Fernbehandlung in der Berufsordnung vollständig aufgehoben.
  • Weitere Planung: Die KVBW möchte sich DocDirekt nun mit weiteren Modulen verknüpfen, wie z. B. mit dem E-Rezept. Außerdem geht es bei der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) voran. Der Gemeinsame Bundesausschuss entschied kürzlich, dass eine Krankschreibung für bis zu 7 Tage per Online-Sprechstunden bei Bestandspatienten möglich ist.