Kritik an Corona-Maßnahmen der Bundesregierung wird lauter

In medizinischen Fachkreisen wird offenbar zunehmend befürchtet, dass zukünftige Maßnahmen mehr aufgrund politischer Überlegungen und weniger faktenbasiert getroffen werden.

02.09.2020

In medizinischen Fachkreisen wird offenbar zunehmend befürchtet, dass zukünftige Maßnahmen hinsichtlich Corona mehr aufgrund politischer Überlegungen und weniger faktenbasiert getroffen werden:

  • Eine 9-köpfige Expertenkommission unter Vorsitz von Professor Matthias Schrappe (Uni Köln) formuliert hierzu in eine aktuelle Analyse: „Die Pandemie rechtfertigt es nicht, von der Grundnorm einer begründet abwägenden Entscheidungsfindung abzugehen und die Erfordernisse eines transparenten, fairen und faktenbegründeten Diskurses zwischen Politik, Wissenschaft und Medien zu relativieren."
  • Auch in den Medien mehren sich die kritischen Stimmen. Jüngst formulierte die Neue Züricher Zeitung (NZZ): „Was, wenn am Ende „die Covidioten" recht haben?"
  • Darüber hinaus stößt derzeit eine Gruppe von Ärzten und Forschern, darunter der Hamburger Rechtsmediziner Klaus Püschel vom UKE und der ehemalige Hamburger Staatsrat Matthias Gruhl, eine neue Debatte über die Maskenpflicht an. In einem entsprechenden Thesenpapier wurde aktuell veröffentlicht, dass es bislang keine wissenschaftlich fundierten Antworten auf die Frage gibt, wann Corona-Schutzmasken sinnvoll sind und wann nicht.
    • Als Beispiel wird die Thematik der Maskenpflicht in Supermärkten genannt: In einem Supermarkt müssten rein rechnerisch 12.500 Menschen sein, die eine Stunde lang ihre Maske tragen, um nur eine einzige Corona-Infektion zu verhindern.
    • Hintergrund: In Supermärkten sei das Infektionsrisiko deutlich geringer als bspw. in einer Klinik.
    • Das Thesenpapier finden Sie hier als PDF zum Download: www.ndr.de