Corona-Auswirkungen auf Apotheken

V. a. im März, kurz nachdem massive Einschränkungen für die Bürger verkündet wurden, hatten sowohl bei den stationären Apotheken als auch im Onlineversand Hamsterkäufe verunsicherter Verbraucher zu hohen Umsatzsteigerungen geführt. Daraufhin ist die Nachfrage bei den Vor-Ort-Apothekern allerdings deutlich eingebrochen, während sie im Versandhandel angestiegen ist.

13.11.2020

V. a. im März, kurz nachdem massive Einschränkungen für die Bürger verkündet wurden, hatten sowohl bei den stationären Apotheken als auch im Onlineversand Hamsterkäufe verunsicherter Verbraucher zu hohen Umsatzsteigerungen geführt.
Daraufhin ist die Nachfrage bei den Vor-Ort-Apothekern allerdings deutlich eingebrochen, während sie im Versandhandel angestiegen ist.

 

  • Vor allem sog. Center-Apotheken bekamen während des Lockdowns den Kundenrückgang (fehlende Laufkundschaft des Einkaufscenters) und damit entsprechende Einbußen deutlich zu spüren.
  • Online-Apotheken hingegen profitieren von Lockdown-Einschränkungen in der Bevölkerung: In der Corona-Krise hat der ohnehin wachsende Versandhandel mit Medikamenten noch einmal deutlich zugelegt.
  • Laut des Frankfurter Beratungsunternehmens Iqvia ist der Anteil der Versandapotheken am nicht rezeptpflichtigen Apothekenmarkt in den vergangenen Monaten um mindestens 2 Prozentpunkte gestiegen. Damit liegt der OTC-Anteil des Versandhandels aktuell bei rund 18 %.
  • Laut der Septemberumfrage 2020 des Apotheken Geschäftsklima Index erwarten die Apotheker alles in allem eine positive Geschäftsentwicklung.
  • Insgesamt konnte sich der Apotheken Geschäftsklima Index, der sich aus der Einschätzung von Geschäftslage und Geschäftserwartung berechnet, inzwischen weiter erholen: Mit einem Plus von 10,0 rangiert er derzeit bei 4,0 Punkten und damit (erstmals seit dem Beginn der Erhebungen im Juni 2020) im positiven Bereich.
  • 30 % der befragten Apothekeninhaber sind derzeit zuversichtlich und schätzen ihre aktuelle Situation als gut ein. 32 % stufen die Nachfrage nach Apothekenleistungen als negativ ein.
  • Als größtes Problem der Vor-Ort-Apotheker stellt sich mit 78 % nach wie vor die verstärkte Abwanderung in den Versandhandel (78 %) dar.
  • Zur künftigen Entwicklung: 43 % der Inhaber gehen für die nahe Zukunft von einer unveränderten Geschäftslage aus. 28 % erwarten sogar eine Verbesserung. Im Umkehrschluss gehen 71 % nicht davon aus, dass sich ihre Geschäftslage in den nächsten 3 Monaten verschlechtern wird.