Ab 15.10.2020: Gesundheits-Apps für GKV-Patienten können verordnet werden!

Ab sofort haben GKV-Versicherte einen gesetzlichen Anspruch auf die Verordnung digitaler Gesundheitsanwendungen (DiGA, "Gesundheits-Apps") zulasten der Krankenkasse. Die ersten Apps auf Rezept sind bereits zugelassen und damit zur ärztlichen Verordnung bereit.

16.10.2020

Ab sofort haben GKV-Versicherte einen gesetzlichen Anspruch auf die Verordnung digitaler Gesundheitsanwendungen (DiGA, "Gesundheits-Apps") zulasten der Krankenkasse. Die ersten Apps auf Rezept sind bereits zugelassen und damit zur ärztlichen Verordnung bereit.

  • Zum Hintergrund: Unter einer DiGA versteht man ein Medizinprodukt, das hauptsächlich auf digitalen Technologien aufbaut. 12/2019 ist das Digitale-Versorgung-Gesetz in Kraft getreten, das die Grundlage für deren Erstattungsfähigkeit bildet.
  • Die Verordnung erfolgt via Formular 16 ("normales rosa Arzneimittelrezept").
  • Damit ein Vertragsarzt/-psychotherapeut eine DiGA verschreiben kann, muss diese zunächst eine sog. DiGA-ID erhalten sowie eine Pharmazentralnummer (PZN).

  • Die ersten beiden DiGA haben bei der zuständigen Informationsstelle für Arzneispezialitäten - IFA GmbH die PZN 16879359 (velibra) und 16876740 (Kalmeda) bereits zugeteilt bekommen.
  • Die neuen PZN für DiGA wurden mit der Datenaktualisierung zum 15.10.2020 an die Praxen geliefert.
  • Die Vergütung muss für jede DiGA noch geprüft und festgelegt werden, wobei das Gesetz ausdrücklich vorsieht, dass ärztliche und psychotherapeutische Leistungen, die mit der DiGA-Nutzung verbunden sind, honoriert werden müssen.
  • Trotz dieser Lücke sind DiGA ab sofort verordnungsfähig. Das anfallende Honorar kann der Versicherte auf dem Weg der Kostenerstattung bei der Kasse geltend machen. Er muss die Verordnung bei seiner Krankenkasse einreichen, die einen Code generiert, mit dem er die Anwendung im App-Store herunterladen kann.
  • „Sobald das Bundesinstitut eine neue digitale Gesundheitsanwendung in das Verzeichnis aufgenommen hat, müssen die Krankenkassen ein Jahr lang jeden beliebigen Preis zahlen, den sich der Hersteller ausgedacht hat", erläutert Stefanie Stoff-Ahnis, Vorstand beim GKV-Spitzenverband.
  • Diese DiGA stehen laut Branchenverband bisher in den Startlöchern.