Robert Bosch Stiftung schlägt Umbau der hausärztlichen Versorgung vor

Laut der Robert Bosch Stiftung ist die derzeitige Hausarztversorgung nicht zukunftsfähig. Daher sei ein weitreichender Umbau der hausärztlichen Versorgung in Deutschland nötig, bei dem Zentren die hausärztlichen Einzelpraxen ablösen sollen.

15.06.2021

Laut der Robert Bosch Stiftung ist die derzeitige Hausarztversorgung nicht zukunftsfähig. Daher sei ein weitreichender Umbau der hausärztlichen Versorgung in Deutschland nötig, bei dem Zentren die hausärztlichen Einzelpraxen ablösen sollen.

  • 2035 könnten bundesweit bis zu 11.000 Hausärzte fehlen, da es nicht ausreichend gelingt, ausscheidende Hausärzte durch junge Nachfolger zu ersetzen, so eine Studie des IGES-Instituts im Auftrag der Stiftung.
  • Nach Ansicht der Stiftung ist die bisherige Struktur der hausärztlichen Versorgung nicht zukunftsträchtig: 54 % der Allgemeinärzte praktizieren noch in Einzelpraxen nur mit MFA.
  • Das vorgeschlagene Alternativmodell, Patientenorientierte Zentren zur Primär- und Langzeitversorgung (PORT), versucht die Stiftung bereits seit 2017 zu etablieren und unterstützt entsprechende Projekte an bundesweit bisher 13 Standorten, um eine stark interprofessionell geprägte Primärversorgung entstehen zu lassen.
  • PORT-Konzept
    • Das Leistungsspektrum der PORT-Zentren soll neben der bisherigen hausärztlichen Versorgung weitere Komponenten anbieten.
    • Die Zentren sollen vor ihrer Zulassung ein Konzept präsentieren, das Auskunft über die spezifischen Versorgungsbedarfe im Einzugsgebiet gibt.
    • Zu ihren Aufgaben soll das Care- und Case-Management gehören, abgestimmt auch mit externen Kooperationspartnern
    • Als Teil der Primärversorgung wird zudem die Zusammenarbeit mit öffentlichen Akteuren der Gesundheitspflege genannt, etwa in der Primär- und Sekundärprävention.
  • Laut der Stiftung wäre es geboten, rund 10 % der Hausarztsitze in PORT-Zentren einzubringen. Das entspräche rund 5.400 Sitzen, die auf bundesweit etwa 1.000 Zentren zu verteilen wären.
  • In jedem PORT-Standort sollten im Schnitt 5 Hausärzte, jeweils 2 akademisch qualifizierte Pflegekräfte sowie weitere MFA tätig sein.
  • Gelinge es, bis 2035 jeden 5. jungen Hausarzt, der neu in die ambulante Versorgung einsteigt, für die Mitarbeit in einem PORT-Zentrum zu gewinnen, würde dies ausreichen, „um einen flächendeckenden Zugang zu den Primärversorgungszentren zu etablieren", so die Stiftung.