PKV sorgt für deutlichen Mehrumsatz in Arztpraxen Baden-Württembergs
Studie zeigt: Privatversicherte bringen Praxen im Schnitt rund 84.000 € zusätzlich - besonders stark profitieren Ärzte in ländlichen Regionen.
06.03.2026
Studie zeigt: Privatversicherte bringen Praxen im Schnitt rund 84.000 € zusätzlich - besonders stark profitieren Ärzte in ländlichen Regionen.
Arztpraxen in Baden-Württemberg erzielen durch privatversicherte Patienten einen erheblichen wirtschaftlichen Zusatznutzen. Eine Auswertung des Verbands der Privaten Krankenversicherung auf Grundlage der Versorgungsdaten aus 2023 zeigt, dass niedergelassene Ärzte im Land durchschnittlich 83.975 € zusätzlichen Jahresumsatz pro Praxis durch PKV-Patienten generieren.
Insgesamt summiert sich dieser Effekt im ambulanten Bereich der KV-Region Baden-Württemberg auf rund 2,16 Mrd. € pro Jahr. Der sogenannte Mehrumsatz ergibt sich aus der Differenz zwischen den tatsächlichen Ausgaben für privatversicherte Patienten und den theoretischen Kosten, die entstehen würden, wenn diese Patienten gesetzlich versichert wären.
Mehrere strukturelle Unterschiede zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung erklären diesen finanziellen Effekt:
- Bei Privatversicherten ist der Leistungsumfang pro Patient häufig größer
Die Vergütung ärztlicher Leistungen liegt meist über dem Niveau der GKV
Im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung bestehen keine mengenbezogenen Budgetbegrenzungen bei der Behandlung von PKV-Patienten
Leistungen können in vielen Fällen individueller und umfangreicher abgerechnet werden
Die Analyse zeigt außerdem deutliche regionale Unterschiede innerhalb Baden-Württembergs. Besonders Ärzte in strukturschwächeren und ländlichen Regionen profitieren überdurchschnittlich von privatversicherten Patienten.
Beispiele aus der Studie:
- Großraum Stuttgart: durchschnittlicher PKV-Mehrumsatz von 63.575 € pro Praxis und Jahr
Main-Tauber-Kreis: etwa 96.605 € pro Praxis jährlich
Neckar-Odenwald-Kreis: sogar 116.796 € zusätzlicher Umsatz pro Praxis
Als Ursache für diese Unterschiede nennt der PKV-Verband vor allem die Altersstruktur der Bevölkerung. In ländlichen Regionen liegt das Durchschnittsalter der Versicherten höher, wodurch mehr Behandlungsanlässe entstehen. Zusätzlich wirken sich geringere Kostenstrukturen im ländlichen Raum positiv auf die wirtschaftliche Situation von Praxen aus. Dazu zählen insbesondere niedrigere Ausgaben für:
- Praxisräume und Mieten
Personal
sonstige Betriebskosten
Ein Blick auf die Gesamtfinanzierung der ambulanten Versorgung zeigt ebenfalls die besondere Rolle der privaten Krankenversicherung. Anders als im stationären Bereich ist im PKV-System die ambulante Versorgung der größte Ausgabenposten.
Die aktuellen Zahlen verdeutlichen die wirtschaftliche Bedeutung dieses Systems für Arztpraxen in Baden-Württemberg:
- 23,8 % Anteil der PKV am gesamten ambulanten Praxisumsatz
Dem gegenüber steht ein Bevölkerungsanteil der Privatversicherten von lediglich 11,7 %
Damit trägt die PKV etwa doppelt so stark zur Finanzierung der ambulanten Versorgung bei, wie es ihrem Anteil an der Bevölkerung entspricht.
Aus Sicht des PKV-Verbands entstehen daraus mehrere Effekte für das Gesundheitssystem:
- zusätzliche wirtschaftliche Stabilität für niedergelassene Ärzte
stärkere Anreize für Praxisgründungen und Niederlassungen
bessere Investitionsmöglichkeiten für Praxen
Unterstützung der medizinischen Versorgung insbesondere im ländlichen Raum
Die privaten Krankenversicherungen leisten damit einen bedeutenden Beitrag zur Finanzierung der ambulanten Versorgung und tragen dazu bei, die flächendeckende medizinische Infrastruktur langfristig zu sichern.
--> Privatversicherte Patienten sorgen in Baden-Württemberg für durchschnittlich 83.975 € zusätzlichen Jahresumsatz pro Arztpraxis und tragen mit 23,8 % Anteil am ambulanten Gesamtumsatz wesentlich zur wirtschaftlichen Stabilität der ambulanten Versorgung bei.
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