Ersatz- und Innungskrankenkassen: Leichte Überschüsse nach 3 Quartalen 2022

Vorläufige Zahlen der Ersatz- und Innungskrankenkassen zeigen etwas Entspannung in den ersten 3 Quartalen des laufenden Jahres - trotz der allgemein angespannten Finanzlage in der GKV.

22.11.2022

Vorläufige Zahlen der Ersatz- und Innungskrankenkassen zeigen etwas Entspannung in den ersten 3 Quartalen des laufenden Jahres - trotz der allgemein angespannten Finanzlage in der GKV. Das erste Halbjahr hatte die GKV mit einem Defizit von 287 Mio. € abgeschlossen.

Nicht zuletzt durch den hohen Steuerzuschuss des Bundes liegen momentan die Ersatz- und Innungskrankenkassen nach den ersten 3 Quartalen 2022 leicht im Plus. 

  • Konkret konnten die Ersatzkassen von 01 - 09/2022 einen Überschuss i. H. v. 31 Mio. € erzielen.
  • Heruntergerechnet auf die Zahl der Versicherten ergibt sich so ein minimales Plus von 1,11 € pro Versichertem.
  • Die Innungskrankenkassen (IKK) - mit aktuell ca. 5,1 Mio. Versicherten - erwirtschafteten von 01 - 09/2022 einen Überschuss i. H. v. 44,2 Mio. €.

Blick auf die Einnahmenseite
  • Laut vdek hat die Einnahmenseite nach den ersten 3 Quartalen 2022 je Versichertem um 3,33 % zugenommen.
  • Da die Ersatzkassen leicht überdurchschnittliche Zusatzbeiträge erheben (1,36 %, Durchschnitt 1,3 %), schlägt auch dies positiv zu Buche.
  • Trotz dieses positiven Zwischenergebnisses werden künftig nachhaltige Finanzierungslösungen in der GKV benötigt.

Blick auf die Ausgabenseite
  • Laut vdek stieg die Ausgabenseite in den ersten 3 Quartalen 2022 um 3,39 % je Versicherten an.
  • Steigerungen bei den Ausgaben gab es u. a. bei den Ärztehonoraren, die im bisherigen Jahresverlauf je Versicherten um 4,28 % zulegten. Bei der stationären Versorgung sind es 4,56 %, bei den Arzneimittelausgaben 5,87 %. Bei den Vorsorge- und Reha-Leistungen gab es einen (Pandemie getriebenen) Ausgabenanstieg von 18,3 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
  • Bei den Zahnärzten sind indes die Honorare im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit - 0,14 % leicht rückläufig, wobei die Ausgaben für Zahnersatz um - 6,5 % gesunken sind.